Mein Weg - so entstand meine Page!

Es begann damit, dass ich am 18. 07. 02 am späten Nachmittag einen Anruf von meinem Sohn Michael bekam, der ungefähr so ablief:

Michael: Mama, Sylvia stirbt - ich weiß nicht was ich tun soll - hier hilft mir niemand.

Ich: Michael, wo bist Du?

Michael: Im Krankenhaus.

Ich: Aber wenn Du doch im Krankenhaus bist, dann wird man doch Sylvia helfen. Was ist denn passiert?

Michael: Wir waren beim Zahnarzt und jetzt stirbt Sylvia.

Ich: Michael, so schnell stirbt niemand. Du übertreibst sicherlich.

Alles klang für mich so wirr, so unverständlich, dass ich überhaupt nicht verstand, was da vor sich ging.

Mein Sohn befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Krankenhaus in Köln und ich wohnte in Wassenberg, so ca. 70 km von dem Krankenhaus entfernt. Er selbst noch ca. 20 km weiter weg.

Ich sagte dann zu Michael: Was sagen denn die Eltern von Sylvia?

Michael: Ach ja, die wissen noch gar nichts davon. Die muss ich auch noch anrufen.

Da ich aus dem was mein Sohn mir da sagte schon nicht so recht schlau wurde, dachte ich mir, was es für ein Schock für eine Mutter sein würde, wenn er dort anruft und sie es so erfahren würde, wie er es mir gerade gesagt hatte. Wobei ich immer noch nicht glaubte, dass Sylvia überhaupt sterben würde. Warum auch? Sie war jung und nicht krank.

Also sagte ich zu Michael: Ich rufe da an, denn so aufgewühlt wie Du jetzt bist, wird man aus dem was Du sagst gar nicht schlau. Weißt Du was, Du fährst jetzt erst mal nach Hause und wir treffen uns dann morgen so gegen 11 Uhr im Krankenhaus.

Michael: Aber Mutti, ich kann Sylvia doch jetzt nicht alleine lassen. Sie stirbt wirklich.

Ich: Woran denn, was ist denn passiert?

Michael: Da ist was beim Zahnarzt bei der Narkose schief gelaufen.

Ich: Michael, warte mal die Nacht ab, morgen wird das schon alles wieder anders aussehen. Ich rufe jetzt erst einmal die Eltern an und Du fährst nach Hause. Ich rufe dich dann nachher zu Hause an.

Alles was ich wollte, war, ihn zu beruhigen, denn mein Sohn machte eine Drogentherapie mit Methadon. Meine Angst, dass er wieder rückfällig werden würde war riesengroß. Denn nur Menschen die wirklich sehr weich sind, sind drogengefährdet. Nach außen war mein Michael immer hart. Aber man kennt das ja: Hart mit ganz weichem Kern.

Wir haben dann das Gespräch beendet und er hatte auch versprochen nach Hause zu fahren und keinen Unsinn zu machen.

Ich habe dann gleich wieder das Telefon genommen und mich mit dem behandelnden Arzt verbinden lassen. Sylvia lag auf der Intensivstation und der Arzt sagte mir dann, dass es wirklich nicht gut aussah. Er meinte: Voraussichtlich wird sie die Nacht nicht überleben.

Wird fortgesetzt!