Warum werden immer mehr anonyme Gräber gewählt?

Bestimmt nicht, weil Sie so faszinierend schön sind. Oft einfach nur, weil es die preisgünstigste Möglichkeit vor Ort ist oder niemand mehr in der Lage ist, das Grab für die Ruhezeit, die 20 bis 25 Jahre beträgt, pflegen kann.

Total schlimm finde ich, wenn Menschen mir sagen: Ich möchte anonym bestattet werden, damit meine Kinder nicht später über viele Jahre ein Grab pflegen müssen.

Der Gedanke resultiert aus der Situation, dass die ältere Generation wahrscheinlich schon viele Jahre Grabpflege für die Eltern hinter sich hat. Es wurde vielleicht nicht immer als angenehm empfunden sondern oft war es eine Pflichterfüllung die den man den eigenen Kindern ersparen möchten.

Ich kenne aber auch Situationen, bei denen die Kinder glaubten, dass sie die Wünsche der Eltern akzeptieren müssen und auch glaubten damit gut leben zu können, irgendwann an einer grünen Wiese stehen und absolut nicht damit klar kamen, nicht zu wissen , wo Mutter oder Vater zu finden sind. Auch hier habe ich schon manche Person nach Hause gebracht!

Wobei das heute immer schwieriger wird, da bei vielen anonymen Beisetzungen auf diesen Flächen keine Urnenumbettungen mehr erlaubt sind. 
Hier sollten Sie genau bei einem Bestatter bzw. bei dem entsprechenden Friedhof nachfragen.
Lassen Sie sich die Friedhofssatzung aushändigen und lesen Sie wirklich genau nach.

Vorsicht bei der Seebestattung. Hier kann selbst ich nicht mehr helfen!

Ich lege diesen Menschen immer ans Herz doch lieber die Möglichkeit über die Niederlande zu wählen, wo die Asche aufgehoben werden kann. Einen festen Zeitraum gibt es nicht. Man kann das Jahr für Jahr verlängern. Niemand weiß, wie man später darüber denkt. Vorbeugen kann nicht verkehrt sein! Weggeben kann man die Asche zu jeder Zeit. Alternativ die Asche nach Hause. Das ist nicht für jeden der richtige Weg und ich akzeptiere das selbstverständlich.

Generell muss man immer klären, worauf die Entscheidung basiert.

Kosten für die Lagerung für 1 Jahr = 100 € zu den Grundkosten.

Meine Erfahrung:
Es hat noch keine Aschenkapsel in den Niederlanden 1 Jahr gestanden. Die längste Standzeit betrug 9 Monate.
Es wurde aber schon 2 x auf einem normalen deutschen Friedhof beigesetzt. 

Gerade jetzt ganz aktuell - März 2014: Erst sollte es eine Gartenbeisetzung sein, wobei die Dame keine Angehörigen mehr hat. Jetzt wird ihr Mann im Friedwald beigesetzt.

Wichtig war, dass sie die Zeit für die Entscheidung hatte und nicht unter Druck agieren musste und das ist das, was mir besonders wichtig ist.